Die 35 in "Deutschland" enthaltenen Gedichte entstanden in der Zeit
vom September 1943 bis Juli 1944. Einige der Gedichte wurden zuerst in
verschiedenen Londoner (Exil-)Zeitungen wie "Die Zeitung", "Young
Austria" und "Freie Tribüne" abgedruckt. Die Veröffentlichung
haben, laut Erich Fried, David Martin, der P.E.N. Österreich und Joseph Kalmer
ermöglicht.
Aus dem Vorwort:
"Die Gedichte setzen jene Vertrautheit mit unserer Zeit voraus, der wir uns
ohnehin nicht entziehen können, und die Erinnerung an einige bekannte
Kinderreime und alte Lieder, die in einigen dieser Verse variiert sind.
Nur noch dies: Ich bin Österreicher. Deutschland habe ich nur auf der
Durchreise nach England gesehen. Deutsche habe ich bei der Besetzung meiner
Heimat als Feinde, in der Emigration als Freunde kennengelernt. Vielleicht
konnte ich diese Gedichte schreiben, weil ich jener innigeren Bindung entbehre,
die nahe Angehörige angesichts tragischer Ereignisse verstummen läßt."
Erich Fried
Eine literaturwissenschaftliche Deutung dieses und Frieds zweitem
Exillyrikband, "Österreich" liegt bei den "Erich Fried Studien
online" (EFST-ON) vor.
Diplomarbeit von Beate Hareter: Frieds Exilsammlungen "Deutschland"
und "Österreich"
Fried versandte einige Exemplare seines Erstlingswerks an namhafte
Schriftsteller, u.a. auch an Thomas Mann, dessen bislang unveröffentlichtes
Antwortschreiben nebst einem Kommentar von Volker Kaukoreit bei "Sichtungen
online" nachzulesen ist.
Volker
Kaukoreit: Thomas Mann an Erich Fried (1945)
Von "Deutschland" gibt es zur Zeit keine lieferbare Auflage, die
Texte lassen sich also nur in den gesammelten Werken nachlesen.

Enthaltene Gedichte
Links führen zu entsprechenden Nachweisen im Gedichtindex
Der Sieger
Der Hitlertod singt sein Leiblied
Der Terror sagt sein Sprüchlein auf
Münchner Ringelreihn
Der letzte Ring von Korsun (Bei Korsun begingen umzingelte deutsche Soldaten auf
Befehl Selbstmord)
Soldatenlied im Osten
Klage
Der Sommer geht zur Neige
Der Vater denkt nach
Letzte Reise
Eisenbahnfahrt
Kinder
Trankopfer (Verurteilten Franzosen gaben die Deutschen vor der Hinrichtung oft
Rum)
Gottes Mühlen mahlen am Lethe (Auf einen langgestreckten Graben voll Leichen,
nahe bei Charkow)
Ein tschechischer Soldat denkt nach
Den Herrschenden
Ein deutscher im britischen Heer
Heimkehrer
Ein Deutscher im Kerker
Dichter in Deutschland
Dichter im Exil
Denen in Deutschland
Einigen Gefallenen
An die deutschen Soldaten
Notgesang (1+2)
Botschaft an Macbeth
Hamlet an Fortinbras
Den Erben der Gerechten
Nach der Sintflut (1+2)
Gebet vor dem Urteilsspruch
Der Richter
Den Nationalsozialisten (1+2)
Einem jungen Faschisten nach dem Todesurteil
Den Schuldigen
Abgesang
